Vom 7. bis 9. August stand mit Oschersleben das fünfte Event der Saison auf dem Programm. Auch wenn die Motorsport Arena nicht unbedingt zu den Lieblingsstrecken aller KnallaBallas gehört, hatten wir uns auf das Wochenende gefreut. Denn Oschersleben versprach vor allem eines: jede Menge Fahrzeit.
Die meisten KnallaBallas reisten bereits am Donnerstag an und bezogen unser Fahrerlager. Diana und Nick stießen erst in der Nacht zu Freitag dazu, denn die beiden kamen direkt aus Zolder.
Der Plan für das Wochenende war eigentlich ziemlich entspannt. Am Freitag beim freien Fahren sollte an den eigenen Schwächen gearbeitet, wieder gut in die Strecke gefunden und ohne Blick auf die Uhr geübt werden. Samstag sollten dann im Qualifying die Zeiten fallen und anschließend die ersten Rennen folgen.
Eigentlich.
Zwei Turns und plötzlich Motorschaden
Diana nutzte ihren ersten Turn zunächst, um wieder in die Strecke zu finden. Doch schon zu Beginn des zweiten Turns stimmte etwas nicht. Die R6 machte ungewöhnliche Geräusche und hatte deutlich weniger Leistung.
Also zurück in die Box.
Nick und Torsten vermuteten zunächst ein Problem mit den Zündkerzen oder Zündspulen. Es wurde geschraubt, getestet und Stück für Stück weitergesucht. Auch andere Fahrer und Helfer aus dem Fahrerlager unterstützten bei der Fehlersuche.
Schließlich brachte ein Kompressionstest Gewissheit. Zylinder 3 hatte keine Kompression mehr.
Die Diagnose hieß Motorschaden.
Damit stand die große Frage im Raum: War das Wochenende für Diana nach gerade einmal anderthalb Turns schon vorbei?
Zu Hause lag zwar noch ein Ersatzmotor nur musste dieser irgendwie nach Oschersleben kommen. Und dafür brauchte es jemanden mit Zugang zu unserer Halle und jemanden, der bereit war, den Motor quer durchs Land zur Rennstrecke zu bringen.
Aber wir wären nicht die KnallaBallas, wenn wir an dieser Stelle einfach zusammengepackt hätten.
Telefone liefen heiß, Freunde wurden mobilisiert und schließlich fand sich eine Lösung. Paul, der sich zuvor in Zolder den Arm gebrochen hatte, nahm die Fahrt auf sich. Der Ersatzmotor wurde organisiert und Paul machte sich am Samstag damit auf den Weg nach Oschersleben.
Währenddessen wurde am Freitag Dianas R6 bereits so weit zerlegt und der defekte Motor ausgebaut, dass am Samstag möglichst schnell der Ersatz eingebaut werden konnte.
Plan B fürs GEC: Dann fahren wir eben zu zweit auf einem Motorrad!
Am Freitagabend stand allerdings noch das GEC-Rennen an.
Normalerweise treten Diana und Nick gemeinsam an. Ohne Dianas R6 war das zunächst ebenfalls fraglich. Also wurde überlegt, wer für Diana einspringen und gemeinsam mit Nick fahren könnte.
Doch so richtig fand sich niemand.
Kurzerhand meldeten Diana und Nick für die Endurance-Wertung und teilten sich Nicks R1. Und der spontane Plan B funktionierte erstaunlich gut.
Für die KnallaBallas gab es am Ende gleich doppelt Grund zum Feiern: Unser erstes KnallaBalla Team mit Chris, Christopher und Julian holte Platz 2 in der 1000er-Wertung, während Diana und Nick Platz 1 in der Endurance-Wertung einfuhren.
Nach dem Motorschaden am Morgen war das definitiv nicht das Ende des Tages, mit dem wir gerechnet hatten. 🏆
Samstag: Ein Ersatzmotor und direkt das nächste Problem
Am Samstag hieß es zunächst: Warten auf Paul und den Ersatzmotor.
Um die Zeit zu nutzen, wollte Diana ein paar Runden auf Nicks R1 drehen.
Doch dann: ein Schlag, die Kette war gerissen.
Und leider blieb es nicht bei einer neuen Kette. Durch den Einschlag hatten sich weitere Teile gelöst beziehungsweise beschädigt. Besonders die Ritzelmutter machte uns das Leben schwer. Sie hatte sich so festgesetzt, dass selbst mit dem Schlagschrauber nichts mehr zu machen war.
Damit standen am Samstag plötzlich eine R6 ohne Motor und eine R1 mit Kettenschaden im KnallaBalla-Lager.
Und genau hier zeigte sich einmal mehr, was unser Team und auch das Fahrerlager ausmacht. Überall wurde geholfen, Werkzeug und Teile wurden verliehen, gemeinsam wurden Lösungen gesucht und geschraubt.
Ein riesengroßes Dankeschön an alle, die uns an diesem Wochenende unterstützt haben!
Ohne diesen Zusammenhalt wäre einiges nicht möglich gewesen.
Von Startplatz 41 ins erste Rennen
Der Ersatzmotor kam an, wurde eingebaut, jedoch leider nicht pünktlich zum Qualifying. Da die Supersport Open gemeinsam mit der Supersport Next Generation startete, bedeutete das: Startplatz 41. Ganz hinten.
Aber nach dem Aufwand der vergangenen 24 Stunden war allein die Tatsache, überhaupt in der Startaufstellung zu stehen, schon ein kleiner Sieg.
Diana konnte sich nach vorne arbeiten, hing im weiteren Rennverlauf allerdings längere Zeit hinter einem Fahrer der Next-Generation-Klasse fest und fand keinen sauberen Weg vorbei. Das Ergebnis entsprach dadurch zwar nicht ganz den eigenen Erwartungen, nach dem Motorschaden am Freitag war das Ankommen im Rennen aber trotzdem ein Erfolg.
Auch Chris Schnitger war mit seiner KTM unterwegs, arbeitete sich durchs Feld und fuhr ein gutes Rennen, womit er sich Platz 10 sicherte.
Nick hatte durch die Reparaturarbeiten ebenfalls nicht alle Möglichkeiten im Qualifying nutzen können und musste weiter hinten starten als erhofft. Im Rennen konnte er einige Positionen gutmachen und solide Zeiten fahren.
Spannung im BMW RR Cup
Natürlich richteten sich unsere Augen auch wieder auf den BMW RR Cup.
Hier geht es inzwischen nicht mehr nur um einzelne Rennsiege, sondern auch um wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft.
Im ersten Rennen konnten unsere KnallaBallas erneut starke Platzierungen einfahren und wertvolle Punkte sammeln. Besonders für Maik zählt inzwischen jeder einzelne davon, denn für ihn geht es um nichts Geringeres als die Meisterschaftsführung.
Michael erzielte den 4. Platz in der Gesamtwertung und Maik den 5. Platz.
Nach all der Schrauberei, Aufregung und Improvisation wurde es am Samstagabend dann endlich etwas ruhiger. Gemeinsam machten wir noch eine Streckenbegehung und ließen den Abend im Fahrerlager ausklingen.
Sonntag: Endlich wieder Fokus aufs Fahren
Am Sonntag standen Warm-up und die jeweils zweiten Rennen auf dem Programm.
Diana startete erneut gemeinsam mit dem Feld der Supersport Next Generation. Dieses Mal gelang es ihr besser, sich durch den Verkehr zu arbeiten und mehrere Fahrer zu überholen.
Das ursprünglich gesteckte Ziel für das Wochenende blieb zwar unerreicht. Wenn man allerdings bedenkt, dass die R6 am Freitag noch mit einem Motorschaden in der Box stand, konnte Diana mit ihrer persönlichen Leistung trotzdem zufrieden sein.
Chris Schnitger zeigte auf seiner KTM erneut eine starke Leistung und fuhr sich in die Top 10. Leider ist Chris in diesem Jahr nicht für die Supersport Next Generation eingeschrieben und kann daher trotz seiner guten Ergebnisse keine Punkte für die Meisterschaft sammeln. Wir hoffen aber sehr, dass sich das im nächsten Jahr ändert
Ein ausgedünntes Feld in der Superbike Open
In der Superbike Open war das KnallaBalla-Feld an diesem Wochenende leider etwas ausgedünnt. Andre konnte nach seinem Sturz in Schleiz nicht selbst an den Start gehen. Dort hatte er sich eine Rippenfraktur zugezogen, die ihn in Oschersleben noch zum Zuschauen zwang. Ganz zu Hause bleiben kam für ihn natürlich trotzdem nicht infrage – also war er mit vor Ort und unterstützte die anderen KnallaBallas vom Streckenrand und aus der Box.
Auch für Kevin verlief das Wochenende nicht ganz nach Plan. Zum zweiten Rennen machte seine Fireblade Probleme, sodass er leider ebenfalls nicht mehr an den Start gehen konnte.
Damit fehlten uns auf der Strecke zwar ein paar KnallaBallas – an Unterstützung im Fahrerlager mangelte es dafür wie immer nicht.
Nick fuhr ein starkes zweites Rennen und eine neue persönliche Bestzeit.
Nach den technischen Problemen an beiden Motorrädern war das ein ziemlich versöhnlicher Abschluss.
Christian Brück machte es sich ebenfalls wieder in den Top 10 bequem und bleibt somit auch in der Meisterschaftswertung in den Top 10.
Alles offen vor dem Saisonfinale im RR Cup
Zum Schluss wurde es noch einmal richtig spannend.
Ein Frühstart und die daraus resultierende Wertung sorgten noch einmal für Bewegung im Ergebnis. Für unsere KnallaBallas gab es erneut starke Platzierungen und noch wichtiger, wertvolle Punkte für die Meisterschaft.
Michael Wimmer erzielte dieses Mal den 3. Platz und Maik den 4. Platz.
Ein Blick auf die Meisterschaftstabelle zeigt Maik auf Platz 2 mit 7 Punkten Abstand zur Führenden.
Thommy und Michael sind aktuell auf den Plätzen 4 und 5.
Markus befindet sich in der Advanced Wertung auf dem 7. Platz.
Die Entscheidung fällt beim Saisonfinale in Most!
Dort wird sich zeigen, wer sich am Ende die Krone im BMW RR Cup aufsetzen darf. Für uns heißt es deshalb: Daumen drücken und noch einmal alles geben!
Ergebnisse & Ausblick
Wer einen Blick auf die aktuellen Meisterschaftsstände werfen möchte, findet diese hier:
Die kompletten Rennergebnisse des Wochenendes findet ihr wie immer hier:
👉 BMW RR Cup – Ergebnisse anzeigen
👉 Superbike Open – Ergebnisse anzeigen
👉 Supersport Open – Ergebnisse anzeigen
👉 Supersport Next Generation – Ergebnisse anzeigen
Ein Wochenende, das KnallaBalla ziemlich gut beschreibt
Oschersleben lief definitiv anders als geplant.
Wenn dieses Wochenende eines gezeigt hat, dann, dass Aufgeben für uns meistens keine besonders attraktive Option ist.
Vor allem aber hat es wieder gezeigt, wie wichtig der Zusammenhalt im Team und im gesamten Fahrerlager ist.
Deshalb noch einmal ein riesiges Dankeschön an Paul, Rainer, Ashwin, Martin, alle Helfer, Teile- und Werkzeugverleiher und natürlich an die gesamte KnallaBalla-Crew, die geschraubt, organisiert, improvisiert und angepackt hat.
Jetzt richten sich die Augen nach vorne:
Most – Saisonfinale. Wir kommen! 🏁